In den letzten Jahren haben viele Bauherren und Bauträger eine einfache Frage gestellt. Wenn es auf dem Dach oder an der Fassade bereits Solarpaneele gibt, warum brauchen wir dann noch traditionelle Baumaterialien darunter? Genau bei dieser Frage kommt die BIPV-PV-Montage ins Spiel.
Anstatt Solarenergie als Zusatz zu betrachten, wird sie bei der BIPV-Montage als Teil des Gebäudes selbst behandelt. Für Hersteller verändert dieser Wandel die Art und Weise, wie Montagesysteme entworfen, hergestellt und verkauft werden.
BIPV steht für Building Integrated Photovoltaics. Im Klartext handelt es sich dabei um Solarpaneele, die Teile der Gebäudehülle ersetzen, anstatt auf dieser installiert zu werden.
BIPV PV-Montagesysteme sind bauliche Lösungen, die es Photovoltaikmodulen ermöglichen, als Dächer, Fassaden, Oberlichter oder Verschattungselemente zu fungieren. Diese Montagesysteme leisten mehr, als nur die Paneele an Ort und Stelle zu halten. Sie kümmern sich auch um Tragfähigkeit, Abdichtung, Entwässerung und Langzeitstabilität.
Dies unterscheidet sich stark von der herkömmlichen PV-Montage, bei der Gebäude und Solaranlage klar getrennt sind.
Der Vorstoß zu kohlenstoffarmen Gebäuden ist in vielen Regionen keine Option mehr. Die Energievorschriften werden immer strenger und die Ästhetik von Gebäuden ist wichtiger denn je.
Die BIPV-Montage hilft, mehrere Probleme gleichzeitig zu lösen. Es erzeugt Strom, ersetzt traditionelle Baumaterialien und unterstützt modernes Architekturdesign.
Auch aus Kostensicht sehen Entwickler einen Mehrwert. Obwohl die Vorabinvestition möglicherweise höher ist, kann BIPV an anderer Stelle die Materialkosten senken und die langfristige Energieleistung verbessern.
Für Hersteller bedeutet dies, dass Montagesysteme nicht mehr nur Hardware sind. Sie sind Teil der Gebäudelösung.
BIPV ist keine Einheitslösung. Dies wird in der Regel schon früh in der Gebäudeplanungsphase berücksichtigt.
Ideale Kandidaten sind neue Gewerbebauten, Industrieparks, öffentliche Einrichtungen und Wohnsiedlungen. Architekten können PV vom ersten Tag an integrieren.
Wenn Fassaden oder Dächer ohnehin ersetzt werden müssen, kann die BIPV-Montage eine intelligente Aufrüstung sein, anstatt später separate Solarsysteme hinzuzufügen.
In dicht besiedelten Städten ist die Dachfläche begrenzt. Fassadenintegrierte PV, unterstützt durch BIPV-Montage, eröffnet neue Energiegewinnungsflächen.
Von außen sehen BIPV-Systeme sauber und einfach aus. Hinter den Kulissen leistet das Montagedesign viel Arbeit.
Das Montagesystem verbindet PV-Module direkt mit der Gebäudestruktur. Es muss Windlasten, Schneelasten und Wärmeausdehnung standhalten.
Im Gegensatz zu herkömmlichen PV-Halterungen muss die BIPV-Montage das Eindringen von Wasser verhindern. Dichtungen, Kanäle und Überlappungsdesigns spielen eine entscheidende Rolle.
Im Montagesystem sind Verkabelungswege und Lüftungsspalte integriert. Dies trägt zum Schutz der Kabel und zur Bewältigung des Wärmestaus bei.
Viele BIPV-Montagesysteme sind modular aufgebaut, was eine schnellere Installation und eine einfachere Wartung über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes ermöglicht.
Die BIPV-PV-Montage bringt klare Vorteile mit sich, bringt aber auch Herausforderungen mit sich.
Diese Kompromisse erklären, warum BIPV-Projekte eher erfahrene Partner als Standardlösungen erfordern.
| Aspekt | BIPV-PV-Montage | Traditionelle PV-Montage |
|---|---|---|
| Rolle | Bauteil | System hinzugefügt |
| Ästhetik | Hochintegriert | Sichtbares Add-on |
| Designphase | Frühzeitige Planung erforderlich | Kann später hinzugefügt werden |
| Abdichtung | Handhabung durch Montagesystem | Handhabung durch Dach oder Fassade |
| Komplexität | Höher | Niedriger |
Bei der Wahl des richtigen BIPV-PV-Montagesystems geht es um mehr als nur die Tragfähigkeit.
Nicht alle Module passen zu allen Montagesystemen. Individuelle Abmessungen und Befestigungspunkte sind wichtig.
Feuerwiderstands-, Windwiderstands- und Wasserdichtigkeitsstandards müssen den örtlichen Vorschriften entsprechen.
Eine nachgewiesene Erfolgsbilanz bei der Installation reduziert das Risiko während des Baus.
Der Zugang zur Inspektion und zum Austausch sollte Teil des Entwurfs sein und kein nachträglicher Gedanke.
Technische Zeichnungen, Testdaten und Unterstützung vor Ort können über den Erfolg oder Misserfolg eines Projekts entscheiden.
Da die BIPV-Akzeptanz zunimmt, wechseln die Hersteller von allgemeiner Montagehardware zu Lösungen auf Systemebene.
Dazu gehört eine bessere Integration mit Vorhangfassaden, Dachsystemen und vorgefertigten Gebäudekomponenten.
Der Fokus liegt auf Zuverlässigkeit, einfacher Installation und langer Lebensdauer und nicht nur auf der Materialstärke.
Die BIPV-PV-Montage steht an der Schnittstelle von Bau und Energie. Das allein unterscheidet es von herkömmlicher Solar-Hardware.
Für Hersteller hängt der Erfolg in diesem Bereich vom Verständnis realer Bauabläufe und nicht nur der PV-Theorie ab.
Wenn Montagesysteme dazu beitragen, dass Gebäude besser aussehen, eine bessere Leistung erbringen und gleichzeitig saubere Energie erzeugen, sind sie kein Kostenfaktor mehr, sondern Teil des Gebäudewertes.
Dieser Wandel ist der Grund dafür, dass sich die BIPV-PV-Montage schneller von Konzeptprojekten zum realen Bau entwickelt, als viele erwartet haben.